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Die heutigen Lieblinks drehen sich um internationale Flugreisen in Zeiten von Corona und ein Portrait von Mary Wells.

Der Filmemacher Brandon Li, dem ich auf YouTube schon seit Jahren sehr gerne folge, dokumentiert ganz außerordentlich seine erste internationale Flugreise seit einem Jahr: Von Albuquerqe über Singapur nach Bangkok. Faszinierende Details, Prozeduren, Eindrücke. Bilder, die zumindest bei mir hängenbleiben: Komplett leere Terminals, die unglaubliche Müllverschwendung durch einzeln in Plastik verpackte Lebensmittel, relativ leere Großraumflugzeuge, dieser Science Fiction Helm, über den man zuerst lächelt und dann denkt ‚so einen brauche ich auch, für die U-Bahn‘, die Einsamkeit unter Menschen, die Abscheu gegenüber Menschen, die ihre Masken nicht über die Nase ziehen, der rigorose Umgang der Behörden in Singapur und Thailand mit Einreise- und Quarantänevorgaben, bei dem einem die deutsche Politik mit ihrem Rumgeeier im Wahljahr noch deutlicher als die Kaspertruppe erscheint, die sie ist.

Sehenswerte 15 Minuten.

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Ein schon etwas älteres Portrait von Mary Wells (heute: Mary Wells Lawrence), der zumindest in old school Werberkreisen von Gen Xern und Babyboomern bekanntesten Frau der Werbung. Der Rest kennt sie unter ihrem fiktiven Porträtcharakter namens Peggy Olson aus der Serie “Mad Men”. Und ja, natürlich hat die fiktive Version nicht sonderlich viel mit dem Vorbild zu tun, it’s called fiction for a reason. Und wer dem aktuellen Netzfeminismus anhängt, wird vermutlich wenig Freude an Mary Wells Lawrences no-nonsense Attitüde haben, und ihren teils recht rigiden Ansichten.

During a brief first marriage, Ms. Lawrence adopted two girls she eventually saw only on the weekends because of all the travel her work entailed. In 1968, she and Harding Lawrence moved to Dallas, where his business was based, and reconvened with the children either there or at one of the homes they shared in Arizona, Acapulco or the south of France on weekends. […] “I think women who spend the most productive years of their life nurturing children are unhappy,” Ms. Lawrence said.

Das war eine Frau, die mehr oder weniger im Alleingang die Werbung revolutioniert hat, wie ein weiterer berühmter Werber ihrer Zeit, Jerry Della Femina, in seinem neu aufgelegten Klassiker von 1970, From Those Wonderful Folks Who Gave You Pearl Harbor: Front-Line Dispatches from the Advertising War (Affiliate Link) bewundernd feststellte. (Das Buch erschien hierzulande unter dem sinnlosen Titel „Flauschig weich wird selbst die Leiche“ und ist nur noch antiquarisch erhältlich (affiliate link), aber ein herrliches Lesevergnügen, wenn man Mad Men mochte und nicht jedes Wort auf die politisch korrekte Goldwaage unserer Zeit legt und zu heavy pearl clutching neigt. Man lese sich nur mal die Rezensionen auf Goodreads durch: Die meisten sind fassungslos und erschüttert oder angewidert: Immer ein sicheres Zeichen für unterhaltsame Lektüre.)

Mary Wells war 1968 die erste Frau, die CEO eines an der Wall Street börsennotierten Konzerns wurde. Dazu musste sie natürlich erst ihre eigene Firma gründen, klar.

Widely celebrated for her work at Jack Tinker and Partners later on, she felt entitled to ask for the presidency in 1966. Her boss, Marion Harper, told her that he could give her the authority to do whatever she wanted, but couldn’t offer the title because if he did, “ ‘No one would come,’ ” Ms. Lawrence recounted.

“He could see that I was feeling a red rage, and he said, ‘You wouldn’t want to ruin something you built,’ and at that point I just walked out the door,” she said. “It wasn’t as though I wanted to be Betty Friedan. I just wanted my own agency.” She and her partners temporarily set up offices in a hotel; Braniff left Tinker for the new enterprise, and Ms. Lawrence’s mother took charge of the phones.