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Die heutigen Lieblinks drehen sich um AIM, Influencing done right, und literarische Rivalitäten.

Justin Tan verabschiedet sich von AIM:

“I wondered: Could I be the last person to sign off? The last person to send a message? Would I have anything profound to say?”

Ich war von ca. 1997 bis 2006 aktive Nutzerin des AOL Instant Messengers. Zunächst rein privat via CompuServe, das 1998 vom einst belächelten (und von uns CIS-Veteranen gebührend verachteten) Konkurrenten gekauft wurde. Ich bin und war nie ein Fan von Chatprogrammen und Messengern, das ist ein Medium, das mir einfach nicht liegt. Ich hatte im Studium ca. 1989 einen ICQ Account, den ich gelegentlich nutzte, hauptsächlich, um mit Freunden in den USA und Kanada in Verbindung zu bleiben. Der AOL Messenger kam eigentlich erst zum Einsatz, als ich bei Warner Bros. anfing. AOL hatte schon ICQ übernommen und sich gerade Time/Warner einverleibt; der Schwanz sozusagen den Hund gekauft, und AIM wurde in meinem Job zum wichtigen Werkzeug, mit den KollegInnen im Londoner Büro zu kommunizieren – insbesondere dem supernetten indischen Entwickler im Team, der leider nur sehr gebrochen Englisch sprach und mit dem eine telefonische Verständigung überaus mühsam, wenngleich meist unfreiwillig unterhaltsam war. Nach meinem Weggang nutzte ich den Messenger noch, um Kontakt mit ein paar ehemaligen KollegInnen zu halten, die sich sich rasch in alle Winde zerstreuten. Dann kam das „Web 2.0“ und damit Friendster, MySpace, OpenBC, LinkedIn und was nicht noch alles. Ich glaube, seit ich bei Twitter bin (2007) habe ich den AOL Instant Messenger nicht mehr angefasst. Dass er irgendwann vor ein paar Jahren abgeschaltet wurde, habe ich am Rande notiert, aber das hat mich nicht weiter tangiert (anders als der Tod von CompuServe, wo ich immerhin seit den 80ern einen Account hatte und viele Onlinefreundschaften geschlossen habe, die teils heute noch andauern).

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Der Waliser Chris Buck ist ein Wunderkind, das schon als Teenie von Slash auf die Bühne gezerrt und mit Lob überhäuft wurde und das völlig zu Recht. Buck hat einen eigenen YouTube Kanal mit verblüffend moderater Followerzahl, und dort hat er diese Woche seinen kommentarlosen Test eines Gitarreneffektpedals hochgeladen. Alter Schwede! Ich wusste nicht, dass ich 2:39 Minuten die Luft anhalten kann, aber sehen Sie selbst:

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Nach der Nummer hat sich seine Gitarre erst mal eine anzünden müssen, wette ich. Und, wenn ich das mal so sagen darf, so geht Influencertum. Ich jedenfalls möchte jetzt dieses absurd geile Pedal haben, auch wenn ich es weder unbedingt brauche, noch entfernt so spielen kann wie Chris Buck, noch dieses Pedal irgend eine tragende Rolle in diesem Solo gespielt hat … das hätte er auch so hingekriegt. Aber mit diesem Testimonial braucht sich der Hersteller nur lächelnd zurücklehnen und die “shut up and take my money”-Kundschaft zu bedienen. I like.
(Wer gern eine etwas ausführlichere Rezension des Pedals hätte, schaut am besten mal auf Anderton’s Kanal vorbei, wo der Captain und Danish Pete die Sache auch sehr gekonnt und unterhaltsam vorführen.

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Die 25 besten Rivalitäten unter LiteratInnen

Wow, einige legendäre literarische Zwiste waren mir natürlich bekannt, aber dass Richard Ford und seine Gattin Alice Hoffmans Buch tatsächlich erschossen haben, war mir neu.

“Never one to take a bad review well, that Richard Ford. Famously, after Alice Hoffman published a critical but not savage review of The Sportswriter in the New York Times, Richard Ford took a gun and shot a hole through one of Hoffman’s novels before mailing it to her in pieces. “Well my wife shot it first,” Ford told the Guardian, “rather proudly.” “She took the book out into the back yard, and shot it. But people make such a big deal out of it—shooting a book—it’s not like I shot her.” Still, you can tell he was thinking about it.“

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